Regierungsrat des Kantons Nidwalden zu Gast in Zürich

14.01.2016 - Veranstaltung

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Die Zürcher Regierungsräte und der Staatsschreiber mit ihren Amtskolleginnen und Kollegen aus Nidwalden.

Der Regierungsrat hat seine Amtskolleginnen und -kollegen aus dem Kanton Nidwalden zu einem eintägigen Besuch in Zürich empfangen. Im Zentrum stand unter anderem ein Besuch im Gottlieb Duttweiler Institut in Rüschlikon. Dort erhielten die beiden Regierungen spannende Einblicke in die Welt von gestern und von morgen.

Im Pavillon des Orangen Gartens entdeckten die beiden Regierungen mittels interaktiver Technologie viele historische Schätze aus dem audiovisuellen Archiv der Migros. Allein mit Körperbewegungen und ohne jede Berührung konnten die Mitglieder der Regierungen an der grössten interaktiven Wand Europas das hervorzaubern, was sie interessierte: virtuell einkaufen wie ihre Grosseltern beispielsweise oder sich von Raritäten aus der Geschichte des Konsums überraschen lassen.  

Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger zusammen mit Landschreiber Hugo Murer aus Nidwalden vor der interaktiven Wand. Links: Justizdirektorin Jacqueline Fehr, rechts Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh.
Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger zusammen mit Landschreiber Hugo Murer aus Nidwalden vor der interaktiven Wand. Links: Justizdirektorin Jacqueline Fehr, rechts Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh.

Wer kann wen beeinflussen?

David Bosshart, CEO des Gottlieb Duttweiler Instituts.
David Bosshart, CEO des Gottlieb Duttweiler Instituts.

Nach der Welt von gestern liessen sich die beiden Regierungen von David Bosshart, CEO des Gottlieb Duttweiler Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft (GDI), Einblicke in die Forschung von Megatrends und Gegentrends und in Zukunftsszenarien geben.

«Momentan leben wir in einer Welt, in der man sehr wenig vorhersehen kann», so Bosshart. Als Beispiele nennt er die Krim-Krise, die Terrormiliz IS und die Flüchtlingskrise. Auch dass sich US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump in den USA noch immer halten kann, können sich die Experten nicht erklären und hätte so niemand erwartet oder vorher gesehen. Die wichtigste Frage sei daher: Wer kann in einer globalen Welt andere Menschen beeinflussen? Das Volk sei der Meinung: eine gute Führung. Und die Elite sei der Meinung: an anderes Volk. Neuste Studien hätten gezeigt, dass in der westlichen Welt der US-amerikanische Whistleblower Edward Snowden als einflussreichster Denker gelte bzw. das Volk am besten beeinflussen könne, in Südamerika sei es Papst Franziskus sowie Kubas Ex-Staatschef Fidel Castro.

«Wer Social Media nicht versteht, versteht die Welt nicht!»

Die Menschen träfen heute aufgrund des World Wide Webs sage und schreibe 250 Entscheide pro Tag rund ums Essen. Bereits 1984 hatte das GDI zum Thema Früherkennung eine Konferenz unter dem Titel «Haben die sozialen Netze eine Zukunft?» durchgeführt. Und heute ist Bosshart überzeugt: «Wer Social Media nicht versteht, der versteht die Welt nicht!» Mit Zitaten wie: «Das zeitraubende Hin- und Herschieben von Papier wird im Büro der Zukunft durch Informationsverarbeitung mit Computern ersetzt» (Palo Alto Research Center 1970), dokumentierte Bosshart richtige aber auch falsche Vorhersagen: «Das Internet ist nur ein Hype» (Bill Gates, Gründer von Microsoft 1992).

Zwischen 1999 und 2016 habe es einen radikalen Strukturwandel in Kommunikation und Öffentlichkeit gegeben. Die Macht habe sich Richtung Individuum und Netzwerke vs. Hierarchie, Unternehmen und Staat verlagert. Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder meinte im Jahr 1999: «Zum Regieren brauche ich nur Bild, Bild am Sonntag und die Glotze». Heute sei es Social Media, so Bosshart. Russlands Präsident Wladimir Putin habe dadurch heute weniger Macht als noch vor 5 Jahren. «China hat heute mehr Polizisten, die das Netz kontrollieren, als in der realen Welt». Ihr Ziel sei es, die Internetrealität selber zu definieren. Die grosse Herausforderung sei daher, die Balance zwischen Sicherheit und Freiheit zu finden. So oder so dürfe die Macht des Internets nicht unterschätzt werden. David Bosshart empfiehlt daher, ein regelmässiges Monitoring in kleinen Abständen mit der Frage: Haben wir das richtig gemacht? «Die Intelligenz wird immer wichtiger, also der kollektive IQ.» Deshalb sei eine gute Bildung von grösster Bedeutung.  

Weitere Fotos vom Besuch

Die Regierungsmitglieder aus Nidwalden und Zürich vor dem interaktiven Pavillon der Migros in Rüschlikon.
Die Regierungsmitglieder aus Nidwalden und Zürich vor dem interaktiven Pavillon der Migros in Rüschlikon.

Justizdirektorin Jacqueline Fehr übt sich in interaktiver Technologie zusammen mit ihren Zürcher Kollegen, Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger und Baudirektor Markus Kägi. In der Mitte: Yvonne von Deschwanden, Regierungsrätin Kanton Nidwalden.
Justizdirektorin Jacqueline Fehr übt sich in interaktiver Technologie zusammen mit ihren Zürcher Kollegen, Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger und Baudirektor Markus Kägi. In der Mitte: Yvonne von Deschwanden, Regierungsrätin Kanton Nidwalden.

Die Zürcher Regierungsräte und der Staatsschreiber mit ihren Amtskolleginnen und Kollegen aus Nidwalden.
Die Zürcher Regierungsräte und der Staatsschreiber mit ihren Amtskolleginnen und -kollegen aus Nidwalden.

Regierungspräsident Ernst Stocker hört der Rede von Landesstatthalter Ueli Amstad zu.
Regierungspräsident Ernst Stocker hört der Rede von Landesstatthalter Ueli Amstad zu.

(Fotos und Text: Cristina Casanova)

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