Geschäftsbericht und Rechnung

2008

Titelbild Geschäftsbericht und Rechnung 2009

Regierungsrat hat entschieden, die jährliche Berichterstattung über seine Geschäftstätigkeit («alter» Geschäftsbericht) und die Rechnung des Kantons Zürich («Staatsrechnung») in einem Buch zu vereinen. Damit möchte er die Transparenz erhöhen, den Erfordernissen an eine moderne Verwaltung gerecht werden und die gesetzlichen Vorgaben an die Rechenschaftsablage an den Kantonsrat vollumfänglich erfüllen. Der Geschäftsbericht bildet so das Gegenstück zur Planung im Konsolidierten Entwicklungs- und Finanzplan (KEF). Auch der Aufbau des Berichts und die Rubriken innerhalb der Leistungsgruppen sind vereinheitlicht und an den KEF angepasst worden.

Insgesamt besteht der neue Geschäftsbericht aus deutlich weniger Textteilen als der alte. Dennoch soll er alle bisher abgegebenen Informationen aus Geschäftsbericht und Rechnung wiedergeben. Dies geschieht in deutlich strukturierterer Form: Wurden etwa früher die Tätigkeiten aus einem Amt weitgehend in freier Textform beschrieben, so finden sich diese Informationen heute in den vorgegebenen Rubriken: «Hauptereignisse», «laufende Aufgaben», «Entwicklungsschwerpunkte» sowie in den Indikatoren bei jeder Leistungsgruppe. Durch diese Anpassungen sollen die Transparenz, Vergleichbarkeit und Lesbarkeit erhöht werden.

Erstmals erscheint zum Geschäftsbericht des Regierungsrates auch eine Kurzversion. Sie richtet sich primär an die interessierte Bevölkerung und die Medien und soll als Leseheft zum 600-seitigen Geschäftsbericht fungieren. Die Auswahl der Themen erfolgte gestützt auf die Texte der Direktionen für den integralen Geschäftsbericht nach politischen Schwerpunkten und Querschnittthemen. Damit wird die Zielsetzung des Regierungsrates widerspiegelt, in dieser Legislatur vermehrt über die Direktionsgrenzen hinweg die Aufgaben gemeinsam zu lösen.

Impressum

Herausgeber: Regierungsrat des Kantons Zürich
Text und Redaktion: Susanne Sorg-Keller, Kommunikationsabteilung des Regierungsrates
Fotos: Frederic Meyer
Die Aufnahmen zeigen «Kunst-am-Bau-Werke», die im Zusammenhang mit Bauvorhaben des Hochbauamtes in den letzten Jahren entstanden sind.
Foto Titelseite: Zur frohen Aussicht (Wolfgang Häckel)
Layout: Staatskanzlei des Kantons Zürich Publikationen/Druckvorstufe
Neumühlequai 10, 8090 Zürich
Auflage: 1000 Exemplare

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Vorwort des Regierungspräsidenten 2008/2009

Regierungsrat Dr. Markus Notter

Es ist vermutlich nicht die spannendste Nachricht des Jahres, aber sie gehört an den Anfang: Der Geschäftsbericht des Regierungsrates hat neu eine Lang- und eine Kurzfassung. In der Hand halten Sie die Kurzfassung. Sozusagen die Gratiszeitung unter den Geschäftsberichten. Ich werde mich also auch im Editorial kurzfassen. Wer mehr Zeit hat, sollte auch die Langfassung eines Blickes würdigen. Was also hat uns 2008 besonders beschäftigt, belastet und gefreut.

Fussball: Der Kanton Zürich war Gastgeber der Euro 08. Und auch wenn wir Eröffnungsspiel und Halbfinal von Anfang an zähneknirschend an unsere treuen, lieben Miteidgenossen in Basel abtreten mussten – mithilfe von Gott Fussball konnten wir Zürich als weltoffenen Kanton präsentieren. Nennenswerte Zwischenfälle sind uns erspart geblieben, auch dank eines umsichtig geplanten Polizeieinsatzes.

Krise: Die Finanzmarktkrise kam auf nicht ganz so leisen Sohlen daher, wie man im Nach hinein gerne glauben würde. Bereits lange zuvor war der amerikanische Immobilienmarkt zusammengebrochen, hatten Schweizer Grossbanken die Fühler nach Geldern aus dem asiatischen Raum ausgestreckt. Die Walze war in Gang gesetzt und mit Bestürzung wurde die Weltöffentlichkeit Zeuge, wie grösste Finanzinstitute ins Wanken kamen. Es überrascht nicht, dass der Begriff «Rettungspaket» zum Schweizer Wort des Jahres gekürt wurde – vor «Botellón», «Raser» und «Task Force Cervelat». Wie sich die Finanzkrise tatsächlich auf den Kanton Zürich auswirken wird, lässt sich noch nicht gänzlich abschätzen. Wir wissen jedoch, dass wir über den Finanzsektor mit seinen 20 Prozent der Wertschöpfung vermutlich überdurchschnittlich betroffen sind.

Zusammenarbeit über Grenzen hinweg: Mehr als sonst üblich hat sich der Regierungsrat im Berichtsjahr mit der Rolle des Kantons im Wirtschaftsraum Zürich, der weit über die Kantonsgrenzen hinaus reicht, befasst. Die unzähligen Grenzlinien zwischen den Kantonen untereinander sowie zwischen Kantonen und Gemeinden hindern die Zusammenarbeit und wirken oft anachronistisch. Gemeinsam mit den Nachbarkantonen und den Städten und Gemeinden der Grossregion Zürich verfolgte der Regierungsrat die Gründung einer Metropolitankonferenz Zürich. Mit dem Ziel, die Zusammenarbeit zu erleichtern und die Interessenwahrung unseres Wirtschaftsraums zu verbessern.

Auffrischung: Auch im Zuge der Erneuerung des Erscheinungsbildes haben wir uns damit auseinandergesetzt, wer der Kanton ist und wie er auftreten soll. Klar wurde dabei, dass wir qualitativ hochstehende Leistungen erbringen und das Vertrauen in den Kanton und seine Behörden stärken wollen. Mit welchen Mitteln das zumindest optisch geschehen soll, wird sich im Laufe des Jahres 2009 zeigen.

Erste Halbzeit: Mit dem Berichtsjahr endet die erste Hälfte der Legislatur 2007–2011 und es ist an der Zeit, Bilanz über die erreichten und noch zu erreichenden Ziele zu ziehen. Zwei davon liegen mir persönlich besonders am Herzen: die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die Integration der ausländischen Wohnbevölkerung. Beide sind, wenn man sie richtig angeht, Gewinn bringende Investitionen in die Zukunft. Gerade in finanziell unsicheren Zeiten müssen nicht zuletzt die kleinsten gesellschaftlichen Einheiten, die Familien, flexibel sein. Und das geht nur, wenn ihnen nicht ein traditionelles Rollenverständnis aufgezwungen wird. Die ungerechten Unterschiede beim Salär, die mangelnde berufliche Förderung von Frauen in Führungspositionen und das noch immer nicht befriedigende Betreuungsangebot für Kinder sind Baustellen, an denen wir vielleicht nicht trotz, sondern gerade wegen der Lage der Wirtschaft arbeiten müssen.

Investition in ein friedliches Zusammenleben: Im Bereich der Integration konnten wir das Angebot des Kantons auch im Berichtsjahr verbessern. Wir sehen zudem Integration nicht als Service für Migrantinnen und Migranten an, sondern als einen für beide Seiten verbindlichen Prozess. Mit der frühen Förderung versuchen wir, spätere Unterschiede bei der Bildung und in der Sprachbeherrschung gar nicht erst entstehen zu lassen. Wir sind gut beraten, diesen Weg weiter zu beschreiten, statt abzuwarten, und später Probleme dort zu orten, wo wir sie früher hätten anpacken können. Auch hier ist die Gefahr da, dass wir spätere Erfolge kurzfristigen Sparüberlegungen opfern. Ist dies der Fall, zahlen wir die Zeche in ein paar Jahren.

Fazit mit Blick nach vorn: Wir müssen die Finanzmarktkrise und ihre Folgen ernst nehmen – aber wir dürfen sie nicht unser tagtägliches Denken und Handeln bestimmen lassen. Ich glaube, dann sind wir auf einem guten Weg. Wirft man einen Blick in die Geschichtsbücher, wird auf jeden Fall klar, dass der Kanton Zürich schon manch Unbill überstanden hat. Das soll heute nicht anders sein.

Dr. Markus Notter
Regierungspräsident